Kopfkraxen 2178m via Kraxengrat | 07.09.2021

 
Gratkraxln im Wilden Kaiser 





Einen echt lässigen SO- Grat haben Herbert Haselsberger u. Hans Zott im Jahre 2002 auf den Kopfkraxen eingebohrt. Mit einem nicht allzu langem Zustieg für eine Grattour, einer schönen Linie im gut brauchbarem Fels und landschaftlich ist es am Wilden Kaiser sowieso voll schön.


Eigentlich hatte ich eine gemütliche Bergtour vor, da mich Melli aber Montag nachts in Kenntnis setzte, dass sie spontan frei habe, kam mir gleich der Kraxengrat in den Sinn. Nach der Devise "Wetter top, Melli fit und mei Knia werds schu hebn", war kurzerhand schon alles ausgemacht.

Morgens, noch vor dem Berufsverkehr, starteten wir nach Scheffau am Wilden Kaiser. Am Parkplatz unterhalb vom Gasthof Jägerwirt ist der Ausgangspunkt für die Tour. Von dort an muss man eigentlich nur den Schildern Richtung "Treffauer, Wasserfall" folgen.


Anfangs über einen Forstweg, dann einem schön angelegten und gut markierten Steig bis zum Wasserfall. Von hier an geht es etwas steiler und mühsamer, rechter Hand weiter bis ins Schneekar. Trifft man auf die nächsten Wegweiser (Schilder), verlässt man den markierten Steig und folgt den Steigspuren im Schutt bis zum bereits gut sichtbaren Einstieg des Kraxengrates- eine gut sichtbare Rinne, die leicht nach links in einen Kamin führt. Am Einstieg angekommen erkennt man mit genauem Schauen -etwas höher an der Wand- die aufgemalte Sonne der Nachbarsklettertour (Sonnenpfeiler). Bist du dort, bist du richtig. 



Die Mundwinkel wandern weit nach oben, denn jetzt geht der Spaß los.

Wenn ich etwas in meiner bald jährlich bedingten Verletzungspause am meisten vermisst habe, ist es die Gratkletterei. Weil es einfach lässig ist eine Tour zu planen, wo es meistens keine oder nur wenige Infos dazu gibt (wies bei vielen Graten der Fall ist), man sich im alpinen Gelände seinen eigenen Weg suchen muss, sein eigenes Können richtig einzuschätzen sowie die Tour zeitlich richtig planen können muss, die Schwierigkeit, Felsbeschaffenheit sowie Risiko richtig lesen und einzuschätzen, die mentale Stärke, die man abrufen können muss wenn es drauf ankommt, bei einer Kletterei die selten Fehler erlaubt- all das macht Gratkletterei für mich so erfüllend und toll.


Den Gurt haben wir mal pro Form halber angezogen, denn vierer Stellen können bekanntlich recht interessant werden.
Auf die Wegfindung werde ich gar nicht groß eingehen, denn ich finde mit dem bereits vorhandenen Topo auf Bergsteigen.com, Erfahrung im alpinen Gelände und die dort nötige Wegfindung, sowie den doch einigen vorhandenen Hacken + Schlingen, sollte man kein Problem haben den richtigen Weg zum Gipfel zu finden.
Möglichkeiten gibt es viele, man muss sich nur entscheiden ob man lieber mehr und etwas schwerer klettert, oder im einfacheren dafür brüchigeren Gelände aufsteigen möchte (wenn man nicht zwingend den Hacken folgt). Wir klettern lieber mehr.


Die Kletterei wechselt zwischen einfacherem Gelände, Verschneidungen, interessanten vierer Stellen (die definitiv geklettert werden müssen) und lässigen Gratzacken ab. Der Fels ist gar nicht so übel und zum Teil auch fest- volle Konzentration verlangt es aber allemal, den lose/locker ist doch einiges.


Nach gemütlichen 01:45 Stunden standen wir am Gipfel des Kopfkraxen. Das Seil hätten wir zwar zu Hause lassen können, aber "safty first" ist nie ein Fehler. Am Gipfel wird gejausnet, die Sonne und die Aussicht genossen, gerätselt welcher Gipfel welcher ist, bevor es über den normal Weg unschwierig zurück zum Auto geht.


Mehr Infos zur Tour sowie das TOPO findet man auf Bergsteigen.com.



Kompass Wanderkarte (Pfeil zeigt nicht den genauen einstieg!)




Zustieg mit Blick auf Hackenköpfe




Blick zurück nach Scheffau




Großteils des Grates und der Kopfkraxn bereits in Sicht.





Hier am Wasserfall geht es rechts (orografisch links) weiter ins Schneekar.





Los geht`s. Melli taugs 




Unten im Geröll, sieht man die Steigspuren die zum Einstieg führen.





















Sonneck 2260 mit seiner Westwand




kurz vor der Zweiten vierer Stelle




zweite IV Stelle von oben gesehen. Griffarm und steil




von unten gesehen




Höchste Konzentration ist angesagt




dann wird`s wieder gemütlicher
















Buch befindet sich nach der zweiten IV Seillänge




was für eine Fernsicht zu Venediger und CO




Oberer Teil zum Gipfel










bauchige - brüchige Querung




Blick zurück- im Hintergrund der Treffauer




immer schön am Grat bleiben







we call it freedom 




oft zu sehen an Graten







Kopfkraxn 2178m




Blick zu Sonneck und Treffauer




Bergschof - sogn insere Kappln 





Schian wenn die Wölkentürme sich aufbauen




genießen





Fernsicht 




Abstieg








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen